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Kaffeemaschine entkalken: der Praxisleitfaden aus über 15 Jahren Kaffeehandel

Kaffeemaschine entkalken: der Praxisleitfaden aus über 15 Jahren Kaffeehandel

Warum Entkalken wichtiger ist, als man denkt

Seit über fünfzehn Jahren helfen wir unseren Kundinnen und Kunden täglich dabei, den passenden Kaffee zu finden und ihre Maschine zu pflegen. Einer der häufigsten Sätze, die wir hören, lautet: „Der Kaffee ist nicht mehr wie früher, sicher wurde die Mischung geändert.“ In neun von zehn Fällen liegt es nicht an der Mischung. Es liegt am Kalk.

Das Wasser, das wir täglich verwenden, hinterlässt Kalkablagerungen (vor allem Kalzium- und Magnesiumsalze) im Boiler, in den Leitungen und in den Ventilen: eine dünne Schicht, die die Extraktion beeinträchtigt, lange bevor sie zu einem echten Defekt führt.

Kalk verursacht drei Probleme, und zwar in dieser Reihenfolge. Zuerst verändert er den Geschmack: Der Espresso wirkt säuerlicher oder weniger aromatisch, und die Crema fällt schnell zusammen. Danach arbeitet die Maschine schwerer, weil das Wasser nicht mehr richtig durchläuft und die Temperatur weniger stabil bleibt. Wird das Problem zu lange ignoriert, folgen echte Schäden: Die Pumpe läuft trocken oder das Heizelement gibt auf. Wir haben sehr gute Espressomaschinen gesehen, die schon zwei Jahre nach dem Kauf in die Werkstatt mussten – nur weil sie nie entkalkt wurden.

Die gute Nachricht: Mit wenig Aufwand lässt sich das alles vermeiden. Man braucht einen geeigneten Entkalker und etwas Regelmäßigkeit. Das ist die Anleitung, die wir unseren Kundinnen und Kunden jeden Tag mitgeben, damit die Maschine zuverlässig läuft und der Kaffee gleichbleibend gut schmeckt.

Woran man den richtigen Zeitpunkt erkennt (und wie oft)

Die Maschine sendet meist Signale, lange bevor die Entkalkungsanzeige aufleuchtet. Diese sollte man unserer Erfahrung nach nie ignorieren: Der Kaffee läuft langsamer als sonst oder ungleichmäßig, die Temperatur ist niedriger, die Pumpe wird deutlich lauter, oder es zeigen sich Kalkrückstände im Tank und rund um die Düsen.

Viele Maschinen von De'Longhi und Krups haben eine eigene Anzeige. Man sollte aber nicht darauf warten: Wenn sie leuchtet, hat sich der Kalk längst abgelagert.

Wie oft entkalkt werden muss, hängt vor allem von zwei Faktoren ab: von der Wasserhärte und davon, wie viele Kaffees täglich zubereitet werden. In vielen Regionen ist das Leitungswasser mittelhart bis hart. Wir empfehlen daher, bei normalem Gebrauch im Haushalt alle 2-3 Monate zu entkalken und bei intensiver Nutzung – etwa im Büro oder in einem großen Haushalt – alle 1-2 Monate. Mit gefiltertem Wasser verlängern sich die Abstände, nötig bleibt die Pflege trotzdem.

Ein kleiner Tipp, den wir oft weitergeben: Schauen Sie sich Wasserkocher und Armaturen an. Verkalken sie schnell, passiert im Inneren Ihrer Kaffeemaschine genau dasselbe.

Entkalken Schritt für Schritt

Das Prinzip ist immer gleich: Eine Lösung aus Wasser und Entkalker durch den gesamten Kreislauf laufen lassen und anschließend gründlich mit reichlich klarem Wasser nachspülen. Wie das Programm gestartet wird, hängt vom Modell ab. Der erste Rat lautet deshalb immer: Bedienungsanleitung lesen und ausschließlich einen Entkalker für Kaffeemaschinen verwenden, flüssig oder als Beutel.

Bei Kapselmaschinen (Nespresso®, Dolce Gusto®, A Modo Mio®, Caffitaly®): Kapsel entnehmen, Tropfschale leeren und den Tank mit Wasser und der vom Hersteller angegebenen Menge Entkalker füllen. Starten Sie das Entkalkungsprogramm, sofern vorhanden, oder lassen Sie ohne eingelegte Kapsel Wasser durchlaufen, bis der Tank fast leer ist. Danach mindestens zwei vollständige Spülgänge nur mit klarem Wasser.

Bei Maschinen für ESE-Pads mit 44 mm und bei vielen klassischen Siebträgermaschinen läuft es sehr ähnlich: Lösung in den Tank geben, einen Teil über die Brühgruppe und einen Teil über die Dampflanze (falls vorhanden) ablaufen lassen, einige Minuten einwirken lassen und den Zyklus beenden. Anschließend gründlich mit viel klarem Wasser spülen und einen Leerbezug machen, bevor der erste Kaffee kommt.

Sind einzelne Teile abnehmbar, reinigen Sie sie bei dieser Gelegenheit gleich mit: Kaffeerückstände an Brühgruppe, Auslauf und Kapsel- oder Padhalter zu entfernen, hält die Maschine länger leistungsfähig.

Die häufigsten Fehler

Der häufigste Fehler ist Essig. Das Hausmittel wird seit Jahren weitergegeben, heute raten wir aber klar davon ab. Essig löst zwar Kalk, kann jedoch hartnäckige Gerüche hinterlassen, verträgt sich nicht mit allen Materialien moderner Maschinen und ist von den meisten Herstellern nicht freigegeben. Deshalb empfehlen wir immer einen geeigneten Entkalker und das genaue Einhalten der angegebenen Dosierung.

Dasselbe gilt für Zitronensäure ohne korrekte Verdünnung: Eine falsche Dosierung wirkt weniger gut oder richtet sogar Schaden an.

Der zweite Fehler ist ein zu knappes Nachspülen. Schmeckt der Kaffee nach dem Entkalken seltsam, ist meist einfach noch Lösung im Kreislauf. Spülen Sie immer mindestens zweimal vollständig und schütten Sie den ersten Kaffee weg.

Und schließlich: Die einen warten viel zu lange, die anderen entkalken unnötig oft. Die empfohlenen Intervalle einzuhalten ist der beste Weg, damit die Maschine über Jahre zuverlässig bleibt.

Filter und Wasserqualität: Vorbeugen lohnt sich

Am wirksamsten begrenzt man Kalk über das Wasser selbst. Kalk entsteht nicht in der Maschine, er kommt direkt aus der Leitung. Ein zu Ihrer Maschine passender Wasserfilter oder eine Filterkanne kann Ablagerungen deutlich reduzieren und nebenbei den Geschmack verbessern.

Destilliertes Wasser ist dagegen nicht zu empfehlen: Ihm fehlen die Mineralien für eine saubere Extraktion, und manche Maschinen arbeiten mit vollständig entmineralisiertem Wasser nicht zuverlässig.

Denken Sie außerdem daran, den Filter nach Herstellerangabe zu wechseln: Eine erschöpfte Kartusche filtert nicht mehr. Prüfen Sie regelmäßig auch Tank, Dichtungen und das Zubehör, das täglich im Einsatz ist – sauber gehalten arbeitet die gesamte Maschine besser.

Die kurze Routine, die wir allen empfehlen

Die tägliche Pflege dauert wirklich nur wenige Minuten und macht auf Dauer einen großen Unterschied.

Leeren Sie jeden Tag die Tropfschale, spülen Sie den Tank aus, füllen Sie frisches Wasser ein und lassen Sie am Abend etwas Wasser ohne Kaffee durchlaufen, um den Kreislauf zu spülen.

Einmal pro Woche reinigen Sie gründlich Kapsel- oder Padhalter, Auslauf und Abtropfgitter.

Alle 2-3 Monate – bei sehr hartem Wasser oder vielen Kaffees am Tag auch häufiger – steht eine vollständige Entkalkung an.

Halten Sie immer einen guten Entkalker für Kaffeemaschinen vorrätig: Wenn er griffbereit ist, schiebt man die Pflege nicht auf.

In über fünfzehn Jahren haben wir eines gelernt: Pflege kostet ein paar Minuten, eine Reparatur schnell ein Vielfaches davon. Wer seine Maschine pflegt, bekommt jeden Tag besseren Kaffee – und behält sie länger.

Wenn Sie unsicher sind, welcher Entkalker der richtige ist oder wie Sie Ihre Maschine korrekt pflegen, hilft Ihnen unser Team jederzeit gern weiter.

Bild: Bialetti Moka Express — Jcmontero, CC BY-SA 4.0.

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