Wasser und Kaffeegeschmack: die Zutat, über die niemand spricht
Fast alles in der Tasse ist Wasser
Wenn ein Kaffee enttäuscht, wechseln wir die Mischung. Dann den Mahlgrad. Dann denken wir über die Maschine nach.
Das Wasser steht meist zuletzt auf dieser Liste, obwohl es über neunzig Prozent dessen ausmacht, was in der Tasse landet. Es ist die Zutat, die wir am seltensten kaufen und so gut wie nie bewerten.
Nach unserer Erfahrung sitzt der Unterschied sehr oft im Wasserhahn, wenn zwei Personen denselben Kaffee an derselben Maschine zubereiten und verschiedene Ergebnisse bekommen.
Zu hart, zu rein, zu stark gechlort
Die im Wasser gelösten Mineralien sind kein Fehler. Sie binden die Aromastoffe und tragen sie in die Tasse. Vollständig entmineralisiertes Wasser, etwa destilliertes, ergibt einen seltsam hohlen, flachen Kaffee.
Das Problem ist der Überschuss. Sehr hartes Wasser dämpft die Säure, flacht Aromen ab und hinterlässt ein kreidiges Mundgefühl. Außerdem setzt es überall Kalk ab.
Dazu kommt Chlor, im Leitungswasser normal und nützlich, im Kaffee aber wahrnehmbar. Wasser einige Stunden offen stehen zu lassen oder eine Filterkanne zu verwenden genügt, damit der Geruch verschwindet.
Einen genauen Wert muss man nicht anstreben. Man muss beide Extreme meiden.
Kalk arbeitet im Verborgenen
Das Tückische am Kalk ist, dass nichts plötzlich kaputtgeht. Er setzt sich auf Heizelementen und in Leitungen ab, isoliert, und die Maschine erreicht allmählich nicht mehr die Temperatur, die sie sollte.
Der Kaffee wird von Woche zu Woche ein wenig schlechter. Niemand bemerkt es, weil der Vergleich immer die Tasse von gestern ist.
Das Warnsignal kommt meist spät: Der Durchfluss verlangsamt sich, die Crema wird heller und dünner, die Maschine lauter. Dann ist die Ablagerung bereits erheblich.
Deshalb empfehlen wir, nach Kalender zu entkalken und nicht nach Symptom. Wo das Wasser härter ist, lohnt sich ein kürzerer Abstand, und ein Filter senkt die Häufigkeit deutlich.
Was in der Praxis hilft
Der einfachste Test kostet nichts. Bereiten Sie denselben Kaffee zweimal zu, einmal mit Leitungswasser, einmal mit einem gering mineralisierten Flaschenwasser. Schmecken Sie einen Unterschied, wissen Sie bereits, wo Sie ansetzen.
Dann lohnt ein Filter, die bequemste Lösung, denn er arbeitet von allein und schützt zugleich die Maschine. In der Abteilung Entkalker und Filter finden Sie sowohl Filter als auch Mittel zur regelmäßigen Reinigung.
Und noch etwas, das für alle gilt: Verwenden Sie frisches Wasser, nicht das, was seit Tagen im Tank steht. Stehendes Wasser verliert Sauerstoff, und der Kaffee zeigt es.
Wenn Sie unsicher sind, was Ihre Maschine braucht, kontaktieren Sie uns. Das Maracatú-Team hilft Ihnen gern weiter.
Bild: Espresso-Crema, HSwaff, CC BY-SA 4.0 (Wikimedia Commons).
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