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Die Kaffeeröstung: die Röstgrade und wie sie den Geschmack verändern

Die Kaffeeröstung: die Röstgrade und wie sie den Geschmack verändern

Der Schritt, der mehr entscheidet als die Herkunft

Wenn Kundinnen und Kunden mit ihrem Kaffee unzufrieden sind, fällt der erste Verdacht fast immer gleich aus: die falsche Mischung oder die Maschine. Nach unserer Erfahrung liegt die Erklärung oft woanders, in der Röstung.

Vor dem Rösten riecht die grüne Bohne überhaupt nicht nach Kaffee. Sie riecht pflanzlich, fast grasig, und trägt keines der Aromen, die wir mit der Tasse verbinden. Alles, was wir wiedererkennen, Kakao, Trockenfrüchte, Karamell, eine saubere Bitterkeit, entsteht beim Rösten.

Deshalb können zwei Kaffees gleicher Herkunft völlig unterschiedlich schmecken, und deshalb behandelt jede Rösterei ihr Röstprofil als bestgehüteten Teil ihrer Arbeit.

Was beim Rösten mit der Bohne geschieht

Die Bohne kommt grün und feucht in die Trommel. In den ersten Minuten verliert sie Wasser und wechselt die Farbe: von Grün über Gelb zu Hellbraun. Eine Trocknungsphase, noch ohne nennenswerte Aromen.

Dann beginnen die entscheidenden Reaktionen. Zucker und Aminosäuren in der Bohne reagieren miteinander und erzeugen Hunderte neuer Aromastoffe, dieselbe Art von Umwandlung, die frischem Brot oder angebratenem Fleisch seinen Duft gibt.

Irgendwann hört man ein klares Knacken: Die Bohne dehnt sich aus, die äußere Haut gibt nach. Röster nennen das den First Crack, und ab da ist Kaffee trinkbar. Röstet man weiter, folgt ein zweites, dichteres und dumpferes Knacken: Von da an treten Öle an die Oberfläche, das Profil verschiebt sich zu Röstnoten und Bitterkeit.

All das geschieht in wenigen Minuten. Der Unterschied zwischen ausgewogener und verbrannter Röstung bemisst sich in Sekunden.

Hell, mittel, dunkel: was sich in der Tasse wirklich ändert

Helle Röstung. Die Bohne bleibt dichter und heller, die Säure ist ausgeprägt, und Herkunftsnoten, blumig, zitrisch, fruchtig, bleiben erkennbar. Das bevorzugte Profil für Filtermethoden. Im Espresso verlangt es mehr Sorgfalt, weil die Säure spitz werden kann.

Mittlere Röstung. Der Ausgleichspunkt: Die Säure wird milder, Karamell und Trockenfrüchte treten hervor, der Körper wächst. Sie funktioniert in der Mokkakanne wie im Espresso und ist die sicherste Wahl, wenn man den Geschmack nicht kennt.

Dunkle Röstung. Die Säure verschwindet fast, es bleiben Kakao, Gewürze und eine deutliche Röstnote. Der Körper ist voll, die Crema stabiler. Dieses Profil verbinden die meisten mit dem Kaffee einer italienischen Bar.

Keine der drei ist absolut besser. Es ändert sich das Ziel: Helle Röstung betont die Herkunft, dunkle die Konstanz und Struktur.

Warum die italienische Tradition länger röstet

Die italienische Vorliebe für eine längere Röstung ist keine Marotte: Sie folgt direkt aus der Extraktionsmethode.

Espresso arbeitet mit sehr wenig Wasser, unter hohem Druck, in fünfundzwanzig bis dreißig Sekunden. Unter diesen Bedingungen wirkt ein sehr säurebetonter Kaffee unausgewogen, während eine länger geröstete Bohne rasch Körper, Röstsüße und eine dichte Crema abgibt. Die dunkle Röstung ist also die technische Antwort auf eine schnelle Methode.

Es gibt auch einen praktischen Grund. Eine kräftigere Röstung macht das Ergebnis unempfindlicher gegenüber kleinen Schwankungen bei Mahlgrad, Dosis und Temperatur. Für eine Bar mit Hunderten Kaffees am Tag ist diese Konstanz sehr viel wert.

Dasselbe Prinzip gilt für Kapseln und Pads, deren Parameter ab Werk feststehen.

Woran man eine gelungene Röstung erkennt

Einige Hinweise erkennt man ohne Messgeräte.

Die Farbe sollte gleichmäßig sein. Sind in einer Handvoll Bohnen einige deutlich dunkler und andere heller, war die Röstung ungleichmäßig, in der Tasse zeigt sich das als Nebeneinander von Bitterkeit und Säure.

Die Oberfläche sollte nicht ölig glänzen, außer bei bewusst sehr dunklen Profilen. Ein starker Ölfilm deutet auf eine über den nützlichen Punkt hinaus getriebene Röstung hin, und diese Öle werden schnell ranzig.

Der Geruch darf nicht an Asche erinnern. Ein verbranntes Aroma ist das deutlichste Zeichen, dass die Bohne zu weit geführt wurde.

Die Bitterkeit sollte sauber und kurz sein. Bitterkeit, die lange bleibt und zusammenziehend wird, weist meist auf ein Röstproblem hin, nicht auf die Mischung.

Und noch etwas, das oft übersehen wird: das Datum. Gerösteter Kaffee wird mit der Zeit nicht besser. Prüfen Sie stets Röst- oder Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Packung.

Wie Sie das passende Profil wählen

Das nützlichste Kriterium ist nicht der Röstgrad an sich, sondern die Kombination aus Röstung und Zubereitungsmethode.

Wenn Sie in der Mokkakanne zubereiten, ist eine mittlere bis mitteldunkle Röstung fast immer die ausgewogenste Wahl: Die Extraktion ist lang, eine zu helle Röstung geriete säuerlich.

An der Espressomaschine liefert ein dunkles Profil die Crema und den Körper, die meist gesucht werden. Wenn Sie dagegen Herkunftsnoten schmecken möchten, probieren Sie eine mittlere Röstung und nehmen Sie etwas mehr Säure in Kauf.

Bei Kapseln und Pads hat der Hersteller die Wahl bereits getroffen; dort orientieren Sie sich am besten an der Beschreibung der Mischung und an der Intensitätsangabe.

In unserem Sortiment an Bohnen und gemahlenem Kaffee finden sich unterschiedliche Profile, von ausgewogen bis ausgesprochen kräftig. Wir empfehlen, mit einer einzelnen Packung zu beginnen und jeweils nur eine Variable zu ändern: zuerst die Röstung, dann gegebenenfalls den Mahlgrad.

Wenn Sie eine auf Ihre Maschine zugeschnittene Empfehlung wünschen, kontaktieren Sie uns, das Maracatú-Team ist stets für Sie da.

Bild: Messingdosierer in einer Kaffeerösterei, Dietmar Rabich, CC BY-SA 4.0 (Wikimedia Commons).

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